Waldbaden  " Baden in der Waldluft"

"Es gibt eine Kraft aus der Ewigkeit, und diese ist grün“ 

Hildegard von Bingen 

 

Wer Bäume setzt, obwohl er weiß, daß er nie in ihrem Schatten sitzen wird, hat zumindest angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.  

Rabindranath Tagore

 

 

Das Wald Training, "Waldbaden“ Shinrin Yoku" (Japanisch) oder im Ursprungsbegriff "Senlin Yu" (Chinesisch) ist eine Naturtherapie die einen achtsamen und entschleunigten Aufenthalt im Wald über mehrere Stunden mit verschiedenen Übungen ermöglicht. Eine Kombination aus fernöstliche Kampfkunst-und Gesundheitssysteme wie z.B. Yiquan, Zhan Zhuang, Ding Shu Gong und Achtsamkeits und Atemübungen, sowie bewussten Ruhephasen als Ziel in einen Zustand tiefer Entspannung und Ausgeglichenheit zu kommen.

 
Im Original heißt das Waldbaden »Senlinyu« und ist eine alte Tradition aus China, die sich mehr als 2500 Jahre zurückverfolgen lässt. Der chinesische Ursprung ist im eher Westen unbekannt. Hingegen hat sich eine Variante unter dem Namen »Shinrin Yoku« aus Japan bis nach Europa und in die USA verbreitet. »Shinrin Yoku« ist eine japanische Übersetzung aus dem Chinesischen, die erst 30 Jahre alt ist. 
 
Der Begriff kann auch als "Baden in der Waldluft“ übersetzt werden, kurz "Waldbaden“  Für mich ist es Training im Wald, weil es ein natürliches Grundsystem hat, aber es kein Regel Übungssystem gibt und jeder für sich sein Training individuell kombinieren und erweitern kann.
 
"Unserer größter Lehrer ist die Natur, die uns alle gleichermaßen lehrt."
 
 
 
"Waldbaden" - Definition von wissenschaftlicher Seiteund wie ist der Begriff entstanden und was verstehen Wissenschaftler darunter?
 
1982 regte die staatliche japanische Forstbehörde an, Ausflüge in den Wald als Bestandteil eines guten Lebensstils zu integrieren. Japanische Wissenschaftler haben mittlerweile anhand verschiedener Studien entdeckt, dass der Aufenthalt im Wald wie eine Art Aromatherapie wirkt, die für die Gesundheit förderlich ist. Längst ist "Shinrinyoku", zu Deutsch "Waldbaden", in Japan auch zu einer anerkannten Stress-Management-Methode avanciert und wird vom japanischen Gesundheitswesen gefördert. Durch das Einatmen der ätherischen Öle, die die Bäume in die Luft abgeben, wird unser Immunsystem gestärkt. Unser Körper produziert aufgrund der in der Waldluft enthaltenen Terpene verstärkt so genannte Killerzellen, die gegen Krebs wirken. Studien haben ferner ergeben, dass sich durch den Aufenthalt im Wald Angstzustände, Depressionen und Wut verringern, Stresshormone abgebaut werden und die Vitalität steigt.
 
(Quelle: "Effect of forest environment on human immune function" (Qing Li) ) Dabei ist es nicht notwendig, sich beim Aufenthalt im Wald körperlich sehr anzustrengen, sportlich zu wandern etc. Bereits ein gemütlicher Spaziergang im Wald wird bei den Japanern als "Shinrinyoku", also als "Waldbaden" bezeichnet. Seit 2012 existiert an japanischen Universitäten ein eigener Forschungszweig. Die "Forest Medicine" bzw. "Waldmedizin" begeistert mittlerweile Wissenschaftler auf der ganzen Welt. Vor allem Großstadtmenschen wird der Aufenthalt im Wald regelrecht "verordnet". Dazu hat man spezielle Waldgebiete zu Wald-Therapiezentren ernannt.
 
(Quelle: Waldbaden.org)
 
 
Warum der Wald? 
 
Dass Bewegung in der Natur sich positiv auf unsere Stimmungslage und unser Wohlbefinden auswirkt ist bekannt. Doch die Natur kann noch mehr – und besonders der Aufenthalt im Wald. Hier stimulieren chemische Botenstoffe - die sogenannten Terpene – unser Immunsystem. So wurde z.B. nachgewiesen, dass ein Anstieg der Killerzellen und ihre Aktivität durch den Aufenthalt im Wald gesteigert wird. Killerzellen sind Teil der Immunabwehr und vernichten Krankheitserreger wie Viren, Bakterien und Krebszellen. Mit Hilfe des Trainings im Wald wird auch das parasympathische Nervensystem stimuliert und gestärkt. So wird stressbedingten Erkrankungen vorgebeugt. Darüber hinaus hilft Waldbaden dabei in akuten Stresssituationen innere Ruhe zu finden und den Anforderungen des Alltags dauerhaft mit mehr Gelassenheit zu begegnen. Denn die gesundheitsfördernde Wirkung beziehen Geist und Seele mit ein.
 
Worum dreht es sich ?
 
Es dreht sich alles um das Einatmen von organischen Substanzen und Ölen, die uns im Wald umgeben.Diesem Phänomen sind viele Wissenschaftler in den letzten 20 Jahren nachgegangen und kamen zu folgendem Ergebnis:
 
Sie nennen es das „Waldbaden“, da man tatsächlich mit Körper und Seele zwischen den Bäumen und inmitten ihrer Kraft und Energie eintaucht. Dafür ist die vielseitige Biodiversität verantwortlich, die für uns einen großen Schatz an positiven und gesunden Mikrobakterien bereit hält, die nicht nur in uns selber vorhanden sind, sondern auch aus den Bäumen und Blättern in die Luft gelangen, die wir dann einatmen.Sich der grünen Welt in den Wäldern auszusetzen, fördert unser physisches und psychisches Wohlergehen. Doch was sind hier genau die Mechanismen?
 
 
Das heilsame Trio des Waldes:
 
Die Substanzen der Natur:
 Anionen, Bodenmikroben, Waldluft-Terpene
 
 
Waldluft
 
Besonders Waldluft ist reich an Sauerstoff, und es ist bekannt, dass reiner Sauerstoff ein Glücksgefühl in uns auslöst. Ein Spaziergang im Wald lässt die Stresshormone sinken, stärkt zudem das Immunsystem und kann auch helfen, Virenbakterien und sogar Tumorbildung abzuwehren.Wissenschaftler haben herausgefunden, dass es drei Stoffe gibt, die unseren Atmungsprozess positiv beeinflussen und uns dadurch glücklicher machen. Der erste sind die gesunden Bakterien, die unser System positiv beeinflussen.Das zweite ist die reiche Welt der Pflanzen, die ganz spezielle Öle absondern, die äußerst gesund für unser Blut sind. Nur ein sauerstoffreiches Blut ist ein gesundes Blut. Drittens die negativ geladenen Ionen, die aus den grünen Blättern in die Luft gelangen. All diese Prozesse helfen uns, sich besser zu fühlen, Energie zu tanken und gestärkt in den Alltag einzutauchen.Denn von Geburt an umgeben uns nicht nur schlechte, sondern auch gute Bakterien. Sie sind überall zu finden und vor allen Dingen in der Luft, die wir ein Lebenlang ein und ausatmen. Unser gesamter Körper muss mit denen rund um die Uhr umgehen. Und je mehr wir uns in Gefilden bewegen, die all diese Komponenten aufweisen, umso glücklicher und gesünder fühlen wir uns nicht nur, sondern sind es auch.Diese guten Bakterien sitzen auch im Darm, wo wir unser Essen zerkleinern, die guten Stoffe herausziehen und mithilfe dieser Bakterien den Rest ausscheiden. Auch die Welt der Pflanzen lebt von diesen guten Bakterien und ist damit in der Lage, zerstörende Mikroorganismen abzutöten.Besonders Bäume sind in der Lage eine Bakterie abzugeben, die sich „Phytonzide“ nennt. Und genau um diese Bakterie handelt es sich, die uns Menschen gut tut, wenn wir einen Waldspaziergang unternehmen.
 
 
 
Terpene: Bäume umarmen hält gesund
 
Bäume zu umarmen, hat medizinische Effekte: Die Rinde der Bäume enthält sogenannte Terpene, die das menschliche Immunsystem stärken und vor Krebs schützen. Wer einen Baum umarmt, atmet diese Terpene ein und nimmt sie über seine Haut auf. Laut Forschungsergebnisse der Nippon Medical School in Tokyo: Terpene erhöhen die Zahl u. fördern die Aktivität jener natürlichen Killerzellen im menschlichen Körper, die Viren entfernen und Krebszellen sowie potenzielle Krebszellen bekämpfen. Ebenso aktivieren Terpene die drei wichtigsten Anti-Krebs-Proteine, mit denen unser Immunsystem Tumore bekämpft und uns vor Krebs schützt. Es gibt sogar ein Chemotherapeutikum, das auf Terpenen basiert. Um die positiven Effekte der Terpene zu nützen, müssen Waldbesucher die Bäume nicht zwangsläufig umarmen. Forscher fanden heraus, dass schon ein ausgedehnter Waldspaziergang die Anzahl und die Aktivität der natürlichen Killerzellen um bis zu 50 Prozent erhöht. Auch auf unser Herz-Kreislauf-System hat der Wald eine positive Wirkung. Untersuchungen haben gezeigt, dass auch das Hormon DHEA, vermehrt produziert wird. Dieses Hormon schützt uns vor koronaren Krankheiten und Gefäßerkrankungen. Die Terpene entströmen auch den Baumkronen, den Blättern und Stängeln sowie dem Boden.
 
"Es gibt eine Kraft aus der Ewigkeit, und diese ist grün“ Hildegard von Bingen 1098 – 1197
 
 1982 prägte das japanische Ministerium für Landwirtschaft, Forsten und Fischerei den Begriff Shinrin yoku. Er beschreibt den Kontakt mit und unter der Atmosphäre des Waldes.
 
Wir können den Begriff als „Baden in der Waldluft“ übersetzen“ – oder kurz "Waldbaden".
 
 Inzwischen ist Shinrin Yoku in Japan und Südkorea zu einem festen Bestandteil der Gesundheitsvorsorge geworden, ja hat sich sogar zur so genannten Wald-Therapie entwickelt. Dafür wurden und werden viele wissenschaftliche Arbeiten in Auftrag gegeben und es kam natürlich das heraus, was wir eigentlich schon tief in unserem Inneren wussten: Ein Bad im Wald senkt den Blutdruck, regulierte den Puls und reduziert auf natürliche Weise Stresshormone. Doch es kam auch heraus, dass die Waldluft sogar unsere Killerzellen vermehrt und aktiviert. Unser Immunsystem kommuniziert mit dem Wald!
 

 

 

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